Fächer Geschichte Projekt Nachkriegszeit

Historisches Projekt zu Nachkriegszeit nach 1945

Die Schüler der 4. Klassen erhielten den Auftrag in Familie und Bekanntenkreis über die Nachkriegszeit nach dem 2. Weltkrieg im Oberpinzgau zu recherchieren und ihre Ergebnisse zu Papier zu bringen als auch zu präsentieren. Im folgenden die interessanten Berichte, aus welchen nur die Namen entfernt wurden.

Bericht 1

Besatzungszeit

In der Schule haben die Amerikaner Schokolade, Kaugummis, Orangen und Bananen, die die Kinder in Wald vorher noch nicht gekannt hatten, verteilt. Die Amerikaner kamen manchmal auch in das Haus und schauten in jedes Zimmer und manchmal wollten sie etwas zu essen. Die Amerikaner nutzten ein großes Feld in Wald als Freizeitpark, wo sie Sport betrieben haben. Meine Oma erzählte mir, dass die Amerikaner von meiner Uroma Eier wollten, die sie dann bei ihr zu Hause gekocht und gegessen haben. Danach sind sie wieder gegangen.

Amerikaner haben in Wald ein größeres Gasthaus besetzt, weil darin ein großer Saal war, den sie dann als Küche benutzt haben. Einmal brachten die Amerikaner einen Lastwagen voll mit Kleidung, Schuhen und Nahrungsmittel. Davon konnte sich jeder, der wollte, etwas nehmen. Die Amis sind mit den Pferden durch den Ort geritten, haben aber niemanden etwas getan. In Wald gab es zwei Frauen, die von amerikanischen Soldaten ein Kind erwartet haben und nach der Besatzungszeit von den Soldaten verlassen wurden. Von denen haben sie nie wieder etwas gehört, da die Männer wahrscheinlich in den USA verheiratet waren. Eine einheimische Frau ist freiwillig mit einem amerikanischen Soldaten mitgegangen und von der hat man nie wieder etwas gehört.

Meine Oma erzählte mir, dass ihre Mama eine Schnapsbrennerei gehabt hat, die ihr Amis abkaufen wollten, aber meine Uroma wollte das nicht. Trotzdem hat meine Uroma ihnen Schnaps verkauft, dafür hat sie Schuhe oder Kleidung bekommen.

Bericht 2

Die Besatzungszeit im Pinzgau 1945 bis 1955

Wir im Land Salzburg, im Oberpinzgau, hatten eine amerikanische Besatzung.
Bevor es zum Rückzug kam, tauchten bei uns plötzlich einige Mädchen und Burschen der Hitlerjugend auf. Sie leisteten Funkdienste und unterstützten die SS- Männer, welche bei uns am Sonnberg die Fliegerabwehr und die Kontrolle der Einheimischen überhatten.
Die SS-Männer waren immer schwer bewaffnet unterwegs und nicht nur wir Kinder fürchteten uns vor ihnen. Man konnte ihnen einfach nicht trauen.

Die Deutsche Wehrmacht ist bei uns Ende April/Anfang Mai durchgezogen, d.h. sie hatten bei uns den Rückzug.
Der Walder Boden bis zum Bahnhof rein war voll mit schweren Geschützen, Panzern ‚ Jeeps usw. Ein Teil davon fuhr nach einer Woche Lagerung weiter über den alten Gerlospass, der andere Trupp verließ den Pinzgau über den Pass Thurn.
Beim Nößlachbauern lagerte die Wehrmacht Schnaps und Weinbrand, Waffen, Panzerfäuste. Beim Ronach lagerten Schuhe, Kleidung, Leder, Lebensmittel (Reis, Polenta ‚Fleisch ‚Käse ‚Brot). All diese Sachen wurden beim Rückzug durch findige Einheimische der Wehrmacht gestohlen, sodass wir alle auch etwas hatten.

Danach kamen die amerikanischen Kampftruppen. Eine davon war die gefürchtete Regenbogen- Division, welche eine brutale Kampftruppe war, zusammengewürfelt aus verschiedenen Nationen. Diese Kämpfer waren eigentlich Kriegsflüchtlinge und auch Kriegsgefangene ‚ welche freiwillig in der Kampftruppe mittaten.
In den ersten Monaten im Pinzgau  plünderten und stahlen sie, was sie zum täglichen Leben brauchten (Lebensmittel, Kleidung, etc.) und natürlich auch viele Wertgegenstände und Geld. Ebenso wurde auch Vieh gestohlen. Vergewaltigungen standen ebenso an der Tagesordnung.

Auf diese Vorfälle folgte der Abzug dieser Truppe und es kam eine Besatzungstruppe mit einem neuen Kapitän. Dieser war deutscher Abstammung und sorgte für Ordnung bei uns. So hatten wir von der Besatzung nicht mehr viel gespürt. Trotzdem das Leben dann wieder normal verlief freuten wir uns alle, als Österreich nach 10-jähriger Besatzungszeit wieder FREI wurde.

Bericht 3

Besatzungszeit 1945-1955

Als die Amerikaner in Neukirchen einzogen mussten viele Familien ihre Häuser verlassen ‚ damit die Amerikaner darin wohnen konnten. Sie lebten in dieser Zeit entweder in den Holzhütten oder mussten sich eine andere Unterkunft suchen. Es wurde auch sehr viel gestohlen (Uhren usw.).

Bevor sie wieder zurück in ihre Häuser durften, durchschossen die Amerikaner alle Möbel, damit sie sich wieder neue kaufen musste. Meine Oma hat mir erzählt, dass die ‘Amis‘ immer von Neukirchen mit den Pferden nach Rosental geritten sind. Mit den Lebensmittelkarten, die sie einmal im Monat bekamen, hatten Sie das Nötigste zu essen und manchmal, zu besonderen Anlässen, bekamen sie ein wenig Zucker.

Die Amerikaner lagerten ihre Vorräte in den Gasthäusern, doch die Wirte durften nichts davon verwenden. Meine Oma und Jugendliche von damals können sich auch noch erinnern an viele neue Produkte, die sie nicht kannten - wie der zum Symbol gewordene Kaugummi .

Auch an die Fahrzeuge können sie sich noch gut erinnern ‚ diese waren begehrt um mitfahren zu dürfen. Speziell den Kindern aber schenkten die Amerikaner oft Süßigkeiten.

Viele Amerikaner hatten ein Verhältnis mit den jungen Frauen von damals, für die das Geld ein Lockmittel war. Vieles wurde auch aus dem Müll der Amerikaner ausgegraben. Es befand sich darin meistens viel Honig, Weißbrot, Wurst usw.

Meine Oma hat mir erzählt, als sie krank war ‚ haben ihr die Amerikaner ein Stärkemittel geschenkt mit dem Namen EXTRA P U R Ebenfalls bekamen sie oft Schokolade, Kakao und Zigaretten (natürlich nur die Erwachsenen).

Bericht 4

Der 2. Weltkrieg und die Besatzungszeit

Meine Uroma wohnte damals direkt an der Felbertauernstaße in Mittersill. Sie war im Jahre 1933 geboren. Meine Uroma erlebte die Kriegszeit eher ruhig. Jedoch fand im Frühling 1945 ein Notabwurf einer Bombe in der Nähe ihres Hauses statt. Ihre kleinere Schwester bekam einen Splitter ab und hatte seitdem Augenprobleme.

In der Besatzungszeit flüchtete ein Proviantwagen mit einigen Soldaten in das Felbertauerntal. Sie erhofften sich im Tal Schutz und wollten dann in ihre Heimat aufbrechen. Die Familie meiner Uroma gab ihnen Zivilkleidung, als Dank bekamen sie Zucker, Mehl und Kekse. Da die Amerikaner die ganzen Straßen und Brücken sperrten, war es hart für die Männer heil nach Hause zu kommen.(Leider weiß die Uroma nicht, ob die Soldaten nach Hause gekommen sind, oder doch von den Amerikanern erwischt wurden).

Leider hatte meine Uroma nicht lange etwas von dem Proviant, weil es ihnen einige Nachbarn in der Nacht stahlen. Die Besatzungstruppen machten eine Hausdurchsuchung wegen Waffen. Uromas Vater war Jäger und hatte dadurch eine Waffe im Haus, aber die Amerikaner gaben sich verständnisvoll.

Ihr Onkel war 14 Tage im Krieg und starb dann. Und ihr älterer Bruder  war ganze vier Jahre im Krieg. Er meinte, wenn ihm bis jetzt noch nichts geschehen sei, würde er den Krieg überleben. Aber dem war leider nicht so und er starb ebenso.

Mein Uropa musste mit 17 Jahren in den Krieg einziehen. Er hätte mir mehr erzählen können, doch leider verstarb er im Jahre 2004.

Bericht 5

Kriegs- und Besatzungszeit in Krimml

Als im September 1939 der Krieg begann, mussten fast alle Männer einrücken. Ausgenommen waren nur Einige (großer Bauernhof, Betriebe, viele Kinder), die vom Bürgermeister enthoben wurden.

Da eines der ersten eroberten Länder Frankreich war, kamen französische Kriegsgefangene nach Krimml zu Bauern und Betrieben als Arbeitskräfte. Sie trugen braune Gewänder, auf deren Rücken eine großes K und G für Kriegsgefangene stand. Morgens kamen sie zur Arbeit und abends mussten sie ins Lager zurück begleitet werden, damit sie nicht fliehen konnten. Bäuerinnen hatten die Möglichkeit, junge, österreichische Frauen anzufordern, die einen Arbeitsdienst verrichten mussten.

Hunderte amerikanische Flugzeuge flogen über Krimml und ließen hier und da ganz kleine Bomben fallen. In der Schule mussten sich die Kinder in Gruppen aufteilen und sich im Notfall bei verschiedenen Orten in Sicherheit bringen. Es wurden sogar die Kirchenglocken abgeseilt und zur Kanonengießerei gebracht.

Im Frühjahr 1945 war Kriegsende. Täglich gingen hunderte Soldaten von Italien über den Krimmler Tauern Richtung ihrer Heimat. Sie kamen spät abends im Dunklen an, übernachteten bei Bauern und gingen schon früh morgens wieder weiter. Da sie keinen Entlassungsschein besaßen, war die ganze Sache illegal. Krimml wurde nach dem Krieg von Amerikanern besetzt. Größere und bessere Häuser mussten für sie kurzerhand geräumt werden. Die Bewohner kamen inzwischen bei Bauern unter. Niemand durfte mehr nach 19:00 Uhr das Haus verlassen, ansonsten brauchte man einen Ausweis.

Die Krimmler Kinder mochten die “Amis“ sehr gern, weil diese immer einen Kaugummi für sie hatten. Nach dem Abzug der Amerikaner im Spätherbst 1945 war Krimml nicht mehr besetzt.

Bericht 6

Die Nazi- und Besatzungszeit in Neukirchen

Mein Opa hat mir von der Kriegs- und Besatzungszeit erzählt. Er hat gesagt, dass die Kinder immer von der Schule nach Hause laufen mussten, wenn die Flieger kamen. Zu Hause angekommen, mussten sie sofort in den Keller. Doch eine Bombe fiel nie auf Neukirchen. Es gab auch fast keine Kriegsschäden.

Als der Krieg vorüber war, ging die Besatzungszeit los. Die USA erhielt einen Teil Oberösterreichs und Salzburg und somit waren in Neukirchen die Amerikaner. Mein Opa hat gesagt, dass 30 - 40 Jeeps mit amerikanischen Flaggen in Neukirchen eingefahren sind und an der Kreuzung oberhalb der jetzigen Hauptschule stehen geblieben sind. Dort sind sie ausgestiegen und haben sich umgesehen.

Er hat gesagt, dass sich die Erwachsenen versteckt hielten, weil sie dachten, die Amerikaner würden ihnen etwas antun. Doch mein Opa und sein Bruder sind hinausgestürmt, da sie sehen wollten, was da gerade passiert. An diesem Tag bekam er seinen ersten Kaugummi.

Auch sonst waren die Amerikaner zu den Kindern sehr nett und sie bekamen immer Schokolade oder Kaugummi. Mein Opa hat mit seiner schwangeren Mutter, seinem Vater und seinem Bruder in dem sogenannten „…haus“ gewohnt. Da die Amerikaner jedoch auch eine Unterkunft brauchten, mussten sie alle ausziehen und zwar in das
gegenüberliegende Haus, wo sie allerdings nur einen kleinen Raum zur Verfügung gestellt bekamen.

Außerdem haben die Amerikaner einen Boxring in Neukirchen eröffnet, wo mein 0pa und sein Bruder immer zuschauen durften, wenn es einen Kampf gab. Auch die Beiden durften einmal darin kämpfen. Sonst sei alles gleich gewesen, hat er gesagt. An mehr kann sich mein Opa leider nicht erinnern.