Schulgalerie Schulgalerie Krammel Herbst 2009

Schulgalerie Krammel Herbst 2009

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Ausstellung „Reflexionen“ von
Jutta Krammel

14. Ausstellung der Schulgalerie der Hauptschule Neukirchen

Vernissage am 8.Oktober 2009, 19:30 Uhr,

Ausstellungsdauer: 9. Oktober bis 25. Oktober 2009,

Öffnungszeiten: an Schultagen von 8 – 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung

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Reflektieren, also nachdenken über das eigene Sein, über Erlebtes und Getanes und diese Gedankengebilde auf eine weiße Bildfläche zu projizieren, diese philosophisch-optische Verfahrensweise hat sich Jutta Krammel zur Lebensaufgabe gestellt. Die autodidaktische Textildesignerin fertigt nie Skizzen für ihre Arbeiten an, macht keine Studien, sondern setzt das kurz oder lang Reflektierte spontan in Bildern um. Eigentlich malt Jutta Krammel keine Bilder, sondern Stoffe, auf diese Feststellung legt die Künstlerin besonderen Wert!

Die Künstlerin erinnert sich an ihre Reise nach San Francisco, als sie im „Haus des Meeres“ eine eigene Abteilung für Quallen besucht hat und sie von den transparenten Wesen fasziniert worden ist. Deshalb bevölkern auf den Stoffen oft märchenhafte Seelenwesen, so genannte Monaden, die Luft- und Wasserwelt und strahlen unglaubliche Unbeschwertheit und auch Fröhlichkeit bezüglich ihres Daseins aus. Aber auch florale Motive regen Krammel zu einer Gestaltung an.
Die meisten ihrer Stoffe mit den reinen leuchtenden Farben spiegeln ihre größtenteils sehr positive Lebenseinstellung wider und diese überträgt sich unweigerlich auf den Betrachter. Es kann vorkommen, dass Jutta einmal betrübt ist. Dann malt sie keine Stoffe, sondern fertigt miniziöse Bleistiftzeichnungen an, die beinahe apokalyptische Züge aufweisen.

 

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Jutta Krammel ist gebürtige Wienerin und hat an der Technischen Universität der Bundeshauptstadt Architektur studiert. Auf die Frage, wie sie dann zur Arbeit als Textildesignerin gelangt ist, erzählt sie folgende Begebenheit: Auslöser war ein Gartentischtuch. Ein runder Tisch wurde mit einem blendend weißen Tischtuch bedeckt, das aber leider das Sonnenlicht unangenehm reflektiert hat. Die Architektin hatte spontan die Idee, das Tischtuch mit Stofffarbe zu bemalen. Das Malen auf Stoff erregte sofort ihr Interesse und fortan wurde die Stoffmalerei zur Lebensaufgabe.

Heute wohnt Jutta Krammel in einer Wohnung in Maishofen. Hier hat sie sich einen eigenen Atelierraum eingerichtet. Bevorzugte die Texitdesignerin früher eine mehr strichhafte Malweise, liebt sie nun den fließenden und aquarellierenden Farbauftrag. Hie und da malt sie sogar auf nassem Stoff. Dann ist auch der Einsatz des Föhns notwendig, damit ein ungewollter Farbfluss gestoppt werden kann. Krammels oberstes Prinzip ist: „Die Farben sollen immer in ihrer Reinheit wirken!“ Die bemalten Tücher können zum Beispiel zu schmückenden Vorhängen verarbeitet werden. Das Besondere sind aber ihre Wendejacken und Mäntel mit einer bemalten und einer Leinenseite. Die Künstlerin hat einen speziellen Schnitt entwickelt, der es ermöglicht, dass an dem modischen Kleidungsstück keine Naht zu sehen ist, weil es aus einem einzigen ganzen Stück Stoff besteht.

Die Farben ihrer Stoffe drücken Lebensfreude aus, lassen den Betrachter den Alltag vergessen, spenden ihm positive, neue Energie. Die Farben sprechen die Seele an, beruhigen, haben meditative Wirkung, obwohl die Stoffe keine Mandalas darstellen. In Zeiten wie diesen - Wirtschaftskrise, Erinnerungen an die Zwischenkriegszeit, Angst vor der Geldentwertung, immer größer werdende Arbeitslosigkeit, beunruhigende Prognosen zum Klimawandel, dauernd negative Schlagzeilen in den Medien - sind Jutta Krammels Stoffe von unschätzbarem Wert, da sie vom Negativen ablenken, die Gedankengänge umpolen und zu einer positiven Denkungsart animieren! Und dies ist in der momentanen Situation der Menschen von umso größerer Bedeutung!