Schulprogramm Vorwort

Schulprogramm Vorwort 2011

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Da blüht  im  (fast) Geheimen  im obersten Oberpinzgau eine Hauptschule, die
sich mit Fug und Recht als eine „Schule der Vielfalt“ bezeichnen kann. Also der
Typus einer Schule, die derzeit von vielen  für alle verlangt wird  (und die wir
Gott sei Dank schon haben). Eine Schule, die nicht viel aufhebens macht über
ihre  Tätigkeiten,  Leistungen  und  Erfolge.  Eine  Schule,  in  der  SchülerInnen,
Eltern  und  Lehrpersonen  gemeinsam  Sinnstifter  sind  und  in  der
Schulpartnerschaft  und  –demokratie  zum  gelebten  Alltag  gehören.  Und
schließlich eine Schule,  in der humanistisches Gedankengut, also der Mensch
und das Menschliche, im Mittelpunkt stehen.


Diese einleitenden Zeilen dienen nicht dem Zwecke des Eigenlobes, sondern es
sind  einfach  messbare  Tatsachen,  die  die  Bezeichnung  „Schule  der  Vielfalt“
begründen. Wenn  es  uns  schon  seit  längerem  immer  wieder  gelingt,  in  den
kreativen,  sportlichen,  naturwissenschaftlichen  und  informations-
technologischen Bereichen hervorragende Platzierungen auf Bezirks-, Landes-
und Bundesebene zu erringen, so sind dies u. a. auch Beispiele dafür, dass die
unterschiedlichsten  Talente  und  Begabungen  unserer  SchülerInnen  auf
möglichst vielen Ebenen gefördert, gefordert und unterstützt werden.


Als wir  Ende  der  90er  Jahre  begonnen  haben,  unser  „Leitbild  – Schulprofil  –
Schulprogramm“  zu  erarbeiten  und  es  schlussendlich  im  Herbst  2003  dem
Schulforum  zur Beschlussfassung vorlegen konnten  (die Präsentation erfolgte
im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums unserer Hauptschule im Jänner 2004), war
uns  immer  klar,  nicht  bloß  etwas  Theoretisches  zu  schaffen,  was möglichst
schnell  in einer Schublade verschwinden wird. Von Anfang an wollten wir ein
praxisbezogenes  Programm  gestalten,  das  stets  aktualisiert  und  evaluiert
werden sollte. Schlussendlich ist ein Leitbild entstanden, in dessen Mittelpunkt
die Leitsätze dieser Schule stehen und damit zum Ausdruck gebracht wird, was
unsere  Schule  unter  „Lebensraum  Schule“,  „lehren  und  lernen“,
„Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen“ sowie „Evaluation / Überprüfung“
versteht  und  praktiziert.  Das  2003  erstellte,  2007  überarbeitete  und  jetzt
aktualisierte  Schulprofil  bringt  zum  Ausdruck,  welche  charakteristischen
Eigenschaften und Eigenheiten, welche Besonderheiten und Gegebenheiten die
HS  Neukirchen  von  Schultypen  gleicher  Art  maßgeblich  unterscheidet  bzw.
positiv prägt.


Unsere  Hauptschule  stand  und  steht  nicht  im  unmittelbaren  „Wettstreit“ mit
einem  Unterstufengymnasium  um  Volksschulabgänger.  Fast  100  %  der
VolksschülerInnen  aus  Krimml,  Wald  und  Neukirchen  besuchen  die  HS
Neukirchen  und  bekommen  eine  Ausbildung  (besonders  in  den  1.
Leistungsgruppen),  die  sich  mit  der  eines  Unterstufengymnasiums  jederzeit
messen  kann. Man  kann  ruhigen Gewissens  behaupten,  dass wir  die  derzeit
viel  diskutierte  „Gemeinsame  Schule  der  10  bis  14-Jährigen“  schon  seit
Jahrzehnten praktizieren und wir alles daran  setzen, um die Qualität unserer
Ergebnisse zu halten. Jedenfalls verstehen wir uns (noch) als eine „gute, alte“
Hauptschule im wahrsten Sinne des Wortes, die eine umfassende Ausbildung in
der  Sekundarstufe  anzubieten  hat,  damit  unsere  Schulabgänger  wohl
vorbereitet auf ihren schulischen und beruflichen Werdegang entlassen werden
können.  „Gut  und  alt“  bedeuten  in keiner Weise  „verkrustet“,  sondern  sollen
nur zum Ausdruck bringen, dass die Hauptschule auf dem Land immer noch die
beste Ausbildungsstätte für die 10- bis 14-Jährigen ist, nicht zu vergleichen mit
den Hauptschulen in den Ballungszentren. 

 
Nachdem  der  Gesetzgeber  in  Aussicht  gestellt  hat,  die  Neue  Mittelschule
(NMS) bis 2015  / 16  flächendeckend  in Österreich einzuführen, wird es eben
Abschied nehmen heißen von der Hauptschule. Ob die Einführung dieses neuen
Schultyps die vielfach erwartete Verheißung bringt, bleibt abzuwarten, zu viele
unterschiedliche  Typen  der  NMS  werden  derzeit  noch  in  den  einzelnen
Bundesländern angeboten, probiert bzw. praktiziert. Das Abschiednehmen vom
Leistungsgruppenunterricht kann auf jeden Fall nur dann kompensiert werden,
wenn  in  der  zukünftigen  Stammklassen  in  den  Hauptgegenständen  Deutsch,
Englisch  und Mathematik  IMMER  2  Lehrpersonen  den Unterricht  organisieren
und gestalten.


Die Vielfältigkeit unseres LehrerInnenkollegiums und unseres Angebotes ist ein
Garant dafür, dass neue Unterrichtsformen, neue -methoden und neue -mittel
stets  und  ständig  in  die  -arbeit  einfließen,  sodass  die  Qualität  des
Unterrichtsertrages  und  die  Qualität  unserer  Schule  nachhaltig  gesichert  ist
und wird. Neue Entwicklungen werden auch zukünftig  in das Tun und Wirken
an unserer Schule einfließen. 
Zum besseren Verständnis wurde in unserem Leitbild auch manches angeführt,
was  allgemein  gültigen  Charakter  hat  (z.B.:  Lehrplan,  Klassen-  und
Schulforum).
Einiges  ist  im  Rahmen  der  Schulautonomie  schon möglich,  doch  werden  wir
auch  immer  wieder  vor  gesetzliche  Tatsachen  (Beispiele:  Stundenreduktion,
Senkung  der  Klassenschülerzahlen)  gestellt,  die  wir  überhaupt  nicht
beeinflussen  können  aber  zu  vollziehen  haben.  Erst  wenn  sich  alle  politisch
Verantwortlichen endlich darüber einig sind, dass Bildung auch etwas  (mehr)
kostet  und  man  die  notwendigen  Ressourcen  für  zusätzliche,  ziel  führende
Maßnahmen (Ausbau der individuellen Förderung, Zusatzangebote im Rahmen
von Freigegenständen und Unverbindlichen Übungen etc.) zur Verfügung stellt,
kann  wirklich  davon  gesprochen  werden,  dass  allen  die  Qualität  unserer
Schulen  am  Herzen  liegt,  egal  ob  sie  Hauptschule  oder  Neue  Mittelschule
heißen.  Beginnend  mit  dem  Schuljahr  2011  /  12  wird  die  verpflichtende
Überprüfung der Bildungsstandards (8. Schulstufe) in den Fächern Deutsch,
Englisch und Mathematik eingeführt, wobei in einem Schuljahr immer ein Fach
an die Reihe kommt (2011 / 12: Mathematik).


Im  Rahmen  der  Schulentwicklung  werden  wir  unsere  Leitsätze,  unser
überarbeitetes Programm und unser standortbezogene Förderkonzept von Zeit
zu  Zeit  wieder  einer  kritischen  Überprüfung  unterziehen  und  auf  mögliche
Änderungen  reagieren.  Wir  sind  auch  jederzeit  offen  für  Anregungen  und
bitten,  diese  uns  mitzuteilen,  damit  wir  uns  mit  den  Wünschen
auseinandersetzen können.


Als Leiter der HS Neukirchen bedanke ich mich bei allen Lehrpersonen, die an
der  Überarbeitung  unseres  Leitbildes  und  des  Schulprogrammes  beteiligt
waren, sehr sehr herzlich für den zeitlichen Aufwand und das Engagement. 
Den Eltern, Erziehungsberechtigten und  Interessierten wünsche  ich viel Muße
beim  Lesen  unseres  Profils  und  hoffe,  ihnen  eine  Broschüre  anbieten  zu
können, mit  der  es  gelingt,  die  HS  Neukirchen mit  all  ihren  umfangreichen,
positiven Facetten zu präsentieren.


HD Kirchner Hubert


Neukirchen, im Juni 2011